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Nachhaltige Verpackung - gibt es wirklich eine einfache Lösung?

Plastik ist günstig, Plastik ist praktisch, Plastik ist groß und klein (und sogar mikro) und eigentlich überall. Alternativen gibt es kaum oder es herrscht Verwirrung, was denn nun wirklich als umweltfreundlich gilt.

Auch die wissenschaftliche Untersuchung zum Thema ist noch eher spärlich. Was wir jedoch wissen ist: Plastik braucht Jahre, um zu verrotten und auch wenn wir die Müllberge hier nicht unbedingt zu sehen bekommen - Flora und Fauna leiden sehr unter der regelrechten Überschwemmung mit Kunststoffen.

Plastik - Kunststoff- was ist das eigentlich?


Zu den Kunststoffen zählen Thermoplaste, Polyurethane, Duroplaste, Elastomere, Klebstoffe, Beschichtungen und Dichtungsmassen.(1) Sie zeichnen sich durch besondere Belast- und Formbarkeit aus, außerdem sind sie besonders temperaturbeständig. Abgesehen von speziellen Biokunststoffen werden sie aus nicht-erneuerbaren Rohstoffen wie Erdöl, Kohle oder Erdgas gewonnen.(2) In Kosmetika und Kleidung findet sich außerdem häufig Mikroplastik (Polyethylen), das aus so kleinen Teilchen besteht, dass Kläranlagen u.ä die Verbreitung in unseren Gewässern nicht stoppen können und somit Tiere und auch Menschen das Plastik wieder in ihren Körper aufnehmen.(3)

Entwicklung und Kennzahlen in der Plastikproduktion

Die Menge der Plastikproduktion ist in der Vergangenheit erheblich angestiegen. Das reine Produktionsvolumen hat sich laut Statista von 1976 auf 2018 versiebenfacht.(4) Deutschland ist führende Produktionsnation sowie führend im Außenhandel und der Forschung und Entwicklung im europäischen Vergleich.(5) In den letzten Jahren wurde vermehrt auf Biokunststoffe gesetzt, die jedoch ebenfalls in der Kritik stehen. Dies liegt darin begründet, dass auch nachwachsende Rohstoffe nicht endlos verfügbar sind und der Anbau dieser die Wachstumsflächen und Ressourcen ernährender Rohstoffe einschränkt.(6) So kann dies zwar für langlebige Produkte eine Alternative sein, als Wegwerfprodukt ist sie jedoch ähnlich ungeeignet.

Seit 2018 geht das Fraunhofer Institut von circa 450.000 Tonnen Plastikeintrag, also schlichtem Abfall und somit Eintrag in die Umwelt, aus.(7) Weltweit wurden im Jahr 2015 nur 9 Prozent aller Kunststoffe wiederverwertet.(8) Das heißt im Umkehrschluss: riesige Mengen an Plastik werden schlicht gelagert oder verbrannt. Durch die Verbrennung gehen 70% der aufgewendeten Energie verloren und widersprechen so gänzlich einer nachhaltigen Lebensweise.(9)

Nachhaltige Verpackungsalternativen

Reduce, reuse, recycle! Was können wir als Verbraucher*innen genau tun? Und wie anfangen? Selbstverständlich sind die größten Auswirkungen auf die Umwelt in der Wirtschaft zu finden und bilden da auch den größten Handlungsbedarf ab. Trotz alledem kann jede*r einzelne im eigenen Konsumverhalten unnötigen Kunststoffmüll vermeiden. Das kann ganz unterschiedlich aussehen:

In Bezug auf Recycling gibt es auch Materialien, die deutlich höhere Anteile an wiederverwertbaren Möglichkeiten haben. Dazu zählt Glas, Metall und Papier bzw. Karton.

Die meisten Verpackungen, gerade von Snacks und Naschereien bestehen aus Polypropylen.(10) Teilweise, wie bei Pausenfudder, werden Teile der Verpackung mit schonenderen Recyclingmaterialien wie Pappe ersetzt, erfordern dann aber die Aufmerksamkeit der Konsument*innen: die Verpackung muss getrennt entsorgt werden.

Außerdem haben wir eine Reihe von Produkten, die Wachspapier oder heim-kompostierbare Zellulosefolie als Verpackungsmaterial verwenden. Die zersetzt sich innerhalb von 6 Monaten, aber selbst in der Verbrennung entstehen für diese Verpackung keine schädlichen Stoffe. Dazu kommt beispielsweise nurnoch eine dünne Stärkeblendschicht und Papier. Selbst die Druckfarben sind dann bio. Mehr und mehr Hersteller entscheiden sich für diese Alternativen. Neue Verpackungsmaterialien werden erforscht und getestet. Dazu zählen Holzfasern, Algen und anderen Pflanzenfasern wie Bambus, und sogar Pilze.(11) 

Durch den hohen Plastikeintrag vor allem bei Einwegprodukten wird aber schnell klar: es braucht einen Anreiz für Verbraucher*innen und Unternehmen, auf Verpackung grundsätzlich zu verzichten, sie mehrfach zu verwenden oder aber die neuen Materialien günstiger zu machen, als das Plastik aktuell ist – um nicht nur euch Interessierte, sondern auch eine kritische Masse zu erreichen. Noch wirkt sich die Sonderstellung stark auf den Preis aus. Da hilft nur mehr Nachfrage nach alternativen Verpackungen zu Plastik.

Philipp Sommer, stellvertretender Bereichsleiter Kreislaufwirtschaft der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) fasst zusammen: „1. Ganz allgemein ist es am besten, Verpackungen zu vermeiden. 2. Wenn eine Verpackung notwendig ist, ist Mehrweg normalerweise die beste Option. 3. An dritter Stelle kommen dann Einweg-Verpackungen, die aus Recyclingmaterialien bestehen und besonders recyclingfähig sind.“

Plastikfrei: Beispiele für Einsteiger*innen:

  • Die Aktion #plastikfasten des BUND parallel zum Osterfest, um bewusster auf die großen Mengen erzeugten Plastikabfalls aufmerksam zu machen.
  • Verpackungen direkt weglassen: Kosmetika wie Shampoo etc. verpackungsfrei bzw. fest kaufen oder selbst machen, Glastiegel bevorzugen, eigene Einkaufs- und Obst-/Gemüsetaschen mit in den Supermarkt nehmen.
  • In Unverpacktläden einkaufen.
  • Auch mit Kids möglich: in der Kita und beim Spielzeugkauf auf pvc-/weichmacherfreie Optionen zurückgreifen.(12)
  • Eigene Kaffee-/Teebecher und Trinkflaschen dabei haben, statt Wegwerfversionen immer wieder nachzukaufen. Und weniger schleppen muss man mit Wasser aus dem Hahn sowieso.
  • An Müllsammelaktionen teilnehmen und Strände, Wälder und andere naturbelassene Orte auf der Erde von unserer Belastung befreien.

Bei Pausenfudder ist eine Möglichkeit geplant, sich plastikfreie Alternativen gesondert anzeigen zu lassen. Diese könnt ihr dann entsprechend der Verpackung recyclen und ihnen nach dem Snack neues Leben einhauchen lassen.


1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167099/umfrage/weltproduktion-von-kunststoff-seit-1950/

2 https://m.simplyscience.ch/kids-liesnach-archiv/articles/was-ist-eigentlich-plastik.html

3 https://www.quarks.de/umwelt/muell/fakten-zu-mikroplastik/

4 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167099/umfrage/weltproduktion-von-kunststoff-seit-1950/

5 https://de.statista.com/themen/3094/kunststoffindustrie-in-deutschland/

6 https://www.bund.net/themen/chemie/achtung-plastik/alternative-bioplastik/

7 https://www.umsicht.fraunhofer.de/de/presse-medien/pressemitteilungen/2018/konsortialstudie-mikroplastik.html

8 https://www.researchgate.net/publication/318567844_Production_use_and_fate_of_all_plastics_ever_made

9 https://www.bund.net/ressourcen-technik/abfall-und-rohstoffe

10 https://www.bund.net/themen/chemie/achtung-plastik/schadstoffe-in-plastik/

11 https://utopia.de/ratgeber/nachhaltige-verpackungen/

12 https://www.bund.net/themen/chemie/achtung-plastik/pvc-freie-kita/